Weihnachtsbrief des Sechtemer Ortsvorstehers

Liebe Sechtemerinnen und Sechtemer, liebe Freunde unseres Dorfes,

der Weihnachtsmarkt liegt hinter uns, die ersten Sechtemer Adventsfenster haben sich schon geöffnet und das Jahr neigt sich dem Ende. Zeit also, mal zurück zu schauen auf das vergangene Jahr. Persönlich haben wir sicher alle solche und solche Momente erlebt. Einige haben einen lieben Menschen verloren, andere haben ganz besondere Glücksmomente erlebt. Für alle sei zu hoffen, dass sie in diesen Momenten nicht alleine waren und Freud und Leid teilen konnten.

In unserem Dorf ist im abgelaufenen Jahr wieder so einiges passiert. Vieles bei dem man auch Gemeinschaft erleben konnte und vor allem vieles, was nur stattfinden konnte, weil Menschen sich gemeinsam für andere und für unser Leben hier engagiert haben. Anderes ist auch im wahrsten Sinne des Wortes „passiert“.

Ausschließlich angenehme Anlässe waren die Beweggründe, die zur Pflanzung der 33 Bäume auf der neuen Kinder- und Hochzeitswiese in Sechtem (Pickelshüllenweg) geführt haben. Direkt am Eröffnungstag (18. November) war die Wiese damit „voll“.

Zu den traurigen Anlässen gehört sicherlich der Tod unseres bisher ältesten Mitbürgers Friedrich Dämmer, der stets ein gerngesehener Gast bei den Seniorencafés der Dorfgemeinschaft war.

Ohne jeglichen Anspruch auf Vollständigkeit und mit der Bitte um Entschuldigung für alle Dinge, die sehr wohl erwähnenswert gewesen wären, hier jedoch nicht vermerkt sind, weil sie mir während des Schreibens nicht ins Gedächtnis gekommen sind.

Vor wenigen Tagen fand wieder der Sechtemer Weihnachtsmarkt statt. Dank der Fa. Mahlberg auch in diesem Jahr mit einem stattlichen Baum, der sicher keinen Vergleich scheuen muss. Ich finde, dass sich unser Weihnachtsmarkt wohltuend von anderen – in der Regel stark kommerzialisierten – unterscheidet. Hier ist alles Ehrenamt und alles für einen guten Zweck, den man in der Regel auch noch kennt. Und er strahlt dadurch eine Stimmung aus, die für mich durchaus etwas mit dem „Weihnachtsgefühl“ zu tun hat.

Für unsere beiden Sechtemer Chöre geht ein bewegtes Jubiläumsjahr zu Ende. Im Juli feierte der Kirchenchor Cäcilia ein großes Fest zu seinem 130-jährigen Bestehen und im November gab der Männergesangsverein ein großes Konzert anlässlich des 145-jährigen Bestehens. Vor wenigen Tagen konnten wir dann im Foyer des Rathauses gemeinsam die Ausstellung „275 Jahre Chorgesang in Sechtem“ eröffnen.

Ein musikalischer Leckerbissen war auch das ebenfalls im November in Sechtem stattgefundene Konzert des Vivaldi-Chor Bornheim.

Wo wir gerade beim Thema Musik sind: Das blaue Haus unseres Tambourcorps Rheinperle hat inzwischen einen festen Platz im Dorfgeschehen eingenommen. So weit weg scheint die andere Bahnseite dann doch nicht zu sein. Die Freitagabende („offenes Vereinsheim“) sind inzwischen gut angenommen und zumindest ein kleiner Ersatz für die nicht vorhandene Kneipe. Überragend war wieder das Oktoberfest, das für jede Altersgruppe etwas zu bieten hatte. Aber auch an Vatertag und beim Konzert von Keep Calm haben wir uns alle sehr wohl gefühlt.

Einen kleinen Ersatz für die nicht vorhandene Kneipe bietet auch unser Weinhaus „MonAte“ am Bahnhof. Einfach mal reinschauen. Auch hier gibt es immer mal wieder besondere Veranstaltungen.

So richtig „ins Jahr gestartet“ sind wir wieder mit dem Kinderkarnevalszug. Der neue Vorstand hat gezeigt, dass der Kinderkarneval in Sechtem fest verwurzelt ist. Danke an Jupp Buchholz für die vielen Jahre, in denen er in diesem Verein Verantwortung getragen hat. Und dem neuen Team um Mario Wiesner weiterhin viel Erfolg und – stellvertretend für ganz Viele, die in den Sechtemer Vereinen aktiv sind – Danke für die Bereitschaft, sich in und für Sechtem zu engagieren.

Als Randbemerkung sei hier erwähnt, dass Sandra Romes (Sechtem) am 7. Januar in Roisdorf zur Prinzessin „Sandra II“ proklamiert wurde.

Ein ganz besonderes Highlight in diesem Jahr war für mich das Rievkooche-Fest auf dem Hof von Elisabeth Zündorf (die definitiv nicht Schmitz heißt). Halb Sechtem war auf den Beinen und bildete eine lange Schlange entlang der Wolfsgasse. Dank der vielen ehrenamtlichen Helfer, der musikalischen Unterstützung durch Willi Wilden und einem tollen Wetter brachte die Aktion einen sensationellen Reinerlös von 2.430 €, der vollumfänglich den SOS-Kinderdörfern zu Gute kam. Liebe Elisabeth, das war eine tolle Aktion – Vielen Dank!

Die Feuerwehr hatte in diesem Jahr bei ihrer LGS-Party im Rahmen des jährlichen Feuerwehrfestes ein ganz besonderes Highlight zu bieten: Ein Konzert der Brühler Band Los Rockos, die uns bereits bei der 900-Jahr-Feier begeistert hatte. Leider hat das mehr als bescheidene Wetter wohl manchen potentiellen Besucher abgehalten. Klasse war es trotzdem.

Einen Grund zu feiern finden wir in Sechtem ja sowieso immer gerne wieder. Spontan fallen mir noch folgende Gelegenheiten ein die allesamt gelungen waren:

– der „Tanz in den Mai“ der Dorfgemeinschaft, bei dem uns zunächst Kirchenchor, MGV und Tambourcorps musikalisch einstimmten und wir danach im Pfarrheim noch gemütlich feierten.

– das Stiftungs- und Grillfest des Krankenvereins, bei dem wir nach der Kranzniederlegung am Ehrenmal ein paar schöne Stunden verbrachten.

– die Sommernachtsparty des Forums lebendige Gemeinde, bei der bis in den frühen Morgen das Tanzbein geschwungen wurde. Auch diese Feier ist inzwischen fest im Sechtemer Kalender etabliert.

Leider gab es dieses Jahr keine Wendelinus-Schulparty. Die soll aber nachgeholt werden.

Ein besonderer Genuss war auch der vom Förderverein der Pfarrgemeinde St. Gervasius und Protasius organisierte Vortrag des Mertener Bestsellerautors Manfred Lütz, zum Thema: „Wie Sie unvermeidlich glücklich werden …“. Humor und Nachdenklichkeit hielten sich hier die Waage.

Wechseln wir mal zum Sport:

Dass die erste Mannschaft der Salia Sechtem an der Spitze der Tabelle überwintern wird, dürfte feststehen, dass dies bei den Sechtem Toros wohl nicht der Fall ist, leider auch.

Die SG-Sechtem hat zudem der Ausfall der Turnhalle in diesem Jahr besonders hart getroffen.

Ursprünglich sollte nur der augenscheinlich renovierungsbedürftige Hallenboden ausgetauscht werden. Hinzu kam dann ein Hagelschaden, der in großem Umfang Wasser in die Halle eindringen ließ. Dann kam es wie es häufig ist. Alles was man in solch alten Gebäuden anfasst, bringt neue Überraschungen hervor, aber leider keine angenehmen. Zahlreiche unbemerkte Altschäden haben deutliche Spuren hinterlassen. Die Stadt prüft zurzeit, ob es nicht günstiger wäre, den Umkleidebereich abzureißen und neu zu bauen. Aktuelle Wasserstandmeldung bezüglich eines Fertigstellungstermins: April 2018

Apropos Hagelschaden: Der Hagel und der einhergehende Sturm wird vielen Sechtemern noch lange im Gedächtnis bleiben. Unzählige Autos wurden beschädigt, viele Terrassenüberdachungen sahen danach aus wie ein Schweizer Käse und auch einige Bäume fielen dem Sturm zum Opfer. Glücklicherweise ist es meines Wissens in Sechtem bei Sachschäden geblieben.

Wer Hundesport treibt kam zudem beim diesjährigen Agility-Turnier des Hundesportvereins (Verein für Gebrauchshunde) auf seine Kosten. Als sportliches Highlight für die Jugend gab es im Februar wieder die „Sechtemer Ballnacht“.

Auch zum Thema Sport gehört natürlich auch der inzwischen schon „traditionelle“ Burgenlauf. Diesmal gegen den Uhrzeigersinn und nicht zu heiß und nicht zu nass – sieht man mal vom Regen während des Abbaus ab. Mit einem stabilen Starterfeld hat sich die Veranstaltung inzwischen fest etabliert. Die größte Läufergruppe stellte dieses Jahr das „Praxisteam Jennen“.

Die lange angekündigte Tafel zur Erinnerung an die 900-Jahr-Feier hat in diesem Jahr endlich ihren Platz gefunden, den sie auch im Rahmen der geplanten Maßnahmen zum neuen Kreisel („Se21“) behalten kann. Damit sie nicht so einsam ist, haben sich gleich mehrere Blumenkübel aus gleichem Material zu ihr gesellt, die von der Dorfgemeinschaft (in Zusammenarbeit mit Blumen Breuer) saisonal bepflanzt werden. In der warmen Zeit freuen sich die Pflanzen über jeden, der ihnen im Rahmen eines Friedhofsbesuches ein paar Tropfen Wasser zukommen lässt.

Seit diesem Jahr hat Sechtem einen neuen St. Martin. Wie alle meinten, hat Thomas Gerads seine Sache gut gemacht. Danke an dieser Stelle aber auch an Bernd Szepaniak, der die Rolle in den letzten Jahren ebenfalls gut ausgefüllt hat. Neu war in diesem Jahr, dass die Grundschüler allen Beteiligten die Geschichte des heiligen Martin durch ein kleines Theaterstück nähergebracht haben – eine wirklich gute Idee!

Zahlreiche inhaltliche Veranstaltungen bot uns auch wieder das Forum lebendige Gemeinde, mal als Vortag, mal ganz praktisch mit gemeinsamem „Kochen und Genießen“ unterschiedlicher Kulturen beim internationalen Frauenabend.

Unterschiedliche Kulturen treffen sich auch zweimal im Monat im Café Neue Nachbarn im Sechtemer Pfarrheim, das der AK Flüchtlingshilfe anbietet. Hier treffen neue und alte Dorfbewohner ganz zwanglos aufeinander.

Inzwischen kann man sagen, dass die Befürchtungen vieler Sechtemerinnen und Sechtemer bezüglich des Zuzugs von Menschen, die vor Krieg und Hunger zu uns geflüchtet sind, sich im Großen und Ganzen nicht bewahrheitet haben. Das Zusammenleben läuft in der Regel harmonisch und auch die Unterkunft an der Keldenicher Straße wird trotz der doch recht häufig wechselnden Belegung von Niemandem mehr als Bedrohung empfunden. Gerne erinnere ich mich an die Pflanzaktion zum Beginn des Sommers bei der eine ganz Schaar von Freiwilligen zusammen mit den Bewohnern Blumen vor und zwischen die Häuser gepflanzt haben. Danke in diesem Zusammenhang noch mal an Blumen Heinen für die großzügige Unterstützung.

Der Sechtemer-Eisenbahnerverein veranstaltete in diesem Jahr nicht nur seine bekannte Modellbahnbörse und beteiligte sich beim Tag des offenen Denkmals, sondern führte auch eine äußerst sehenswerte Modellbahnausstellung im Mai dieses Jahres durch.

Was mit Opa los ist, werden wir ja erst in den nächsten Tagen von der Theatergruppe Sechtem erfahren. Allen, die eine Karte ergattern konnten, wünsche ich dabei viel Spaß.

Wer jetzt die eine oder andere Veranstaltung entdeckt, die ihn auch interessiert hätte, sollte überlegen, ob er nicht doch die Sechtem App installieren möchte. Es gibt sie kostenlos für Android und iOS.

Genießen Sie die verbleibenden Adventsfenster, um einen Moment der Ruhe und Besinnung zu finden.

Ich wünsche Ihnen allen ein gesegnetes Weihnachtsfest und einen guten Start ins neue Jahr.

Ihr Sechtemer Ortsvorsteher

Rainer Züge

Kommentar